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Karriere: Lebensalter & Berufsphasen | ||||||||||
Stellen Sie sich Ihr Leben in Form einer Zeitleiste vor. Markieren Sie nun im Geiste den Streckenabschnitt, der für ein erfolgreiches Sich-Einbringen ins Berufs- leben genutzt werden kann. Wenn Sie sich dann die Anzahl der Jahre dieser Berufsphase vor Augen halten, wird Ihnen eine Tatsache erschreckend deutlich bewußt: Ihnen bleibt nur sehr wenig Zeit, praktische Berufs- erfahrungen zu sammeln, die über Erfolg oder Miß- erfolg bei aktuellen und allen nachfolgenden Bewerbungen in Ihrem Leben entscheiden ! Woran liegt das ?
Zunächst einmal zur Zeit: Sie haben durchschnittlich 7 Jahre Zeit, sich zu "bewähren". Dabei gehe ich davon aus, dass Sie sich um einen Arbeitsplatz bewerben möchten, der einen guten Abschluß einer allgemeinbildenden Hochschule und mindestens 3 Jahre Berufsausbildung verlangt, was heutzutage eine Standardvoraussetzung ist - sei es wegen der gehobenen Position, die Sie anstreben oder sei es wegen besserer Einstellungschancen bei großer Konkurrenz. Rechnen wir noch ca. 2 Jahre hinzu, in denen Sie entweder Ihren Wehr- bzw. Zivildienst geleistet haben, sich beruflich orientiert und/oder Gelegen- heitsarbeiten ausgeübt haben, dann sind Sie bei Ihrer ersten Bewerbung um einen Arbeitsplatz min- destens 23 Jahre alt und ohne praktische Berufs- erfahrung im angestrebten Metier.
Wie Sie den Stellenangeboten auf dem Arbeitsmarkt entnehmen können, werden die Anforderungsprofile an den Bewerber immer umfangreicher und viel- schichtiger. Um nicht durch das Selektionsraster zu fallen, müssen Sie Ihr bisher erworbenes Wissen erweitern, um die "Muß"-Kriterien (u.a. praktische Berufserfahrung) zu erfüllen und noch zusätzliche Qualifikationen erlangen, um den "Soll"-Kriterien zur Erhöhung der Chancen zu genügen. Denn ausgestattet mit der fachlichen Grundausbildung, sind Sie mindestens 25 Jahre, aber immer noch ohne praktische Berufserfahrung und damit ohne Arbeits- zeugnisse und Referenzen, die für die umworbene Stelle gefordert werden. Diese bekommen Sie durch Praktika und berufsbezogene Jobs. Jetzt erst beginnt die Zeit, in der Sie im Sinne der Wirtschaft produktiv werden können. Die mangelnde Erfahrung können Sie in diesem Alter durch die Bereitschaft zur praktikumsähnlichen Erwerbsarbeit kompensieren und durch Ihren Jugend- bonus, von dem sich der Arbeit- bzw- Auftraggeber größtmögliche Flexibilität, Kreativität, Zeitgeistigkeit und eine bequeme Handhabbarkeit verspricht.
Sollten Sie eine Anstellung erhalten haben, dann dokumentieren Sie alle anfallenden Tätigkeitsarten, als wollten Sie sich ein Arbeitszeugnis ausstellen. Ideal ist es, wenn Sie eine tabellarische Übersicht erstellen, die Auskunft gibt über die Art, Dauer und Häufigkeit der Arbeit. Lassen Sie sich diese Eigenbescheinigungen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses von Ihrem Vorgesetzen unterzeichnen, wenn dieser kein Zeugnis ausstellen will oder kann. Auf diese Weise werden Sie sich erst der Fülle und Vielfalt Ihrer Tätigkeit bewußt und können bei der nächsten Bewerbung schnell und sicher Ihre erworbenen Fähigkeiten benennen und belegen. Diese Belege sollten Sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit sammeln und bei jeder Bewerbung und Vorstellung als schlagkräftige Argumente für Ihre Eignung hervorbringen. Denken Sie daran, dass in diesen ca. 7 Jahren der Bewährung genug Arbeitszeugnisse, Arbeitsproben und Referenzen zusammenkommen. Denn: Sie müssen mit Ausfallzeiten rechnen, die durch Arbeitslosigkeit und/oder Not-Aufnahme einer minderqualifizierten Gelegenheitsarbeit entstehen sowie durch notwendig werdende Fort- und Weiter- bildungsmaßnahmen. Damit kann sich die Zahl der Jahre praktischer Berufserfahrung ( bezogen auf Ihr persönlich gestecktes Ziel) verringern und damit Ihre Aus- sichten auf künftige Einstellungen verschlechtern. Der Grund hierfür: Spätestens bei einem Alter ab 32 Jahren erwarten die Personalverantwortlichen neben viel Fachwissen auch viel praktische Erfahrung. Fehlt diese oder ist sie nur ansatzweise vorhanden, sinken Ihre Chancen gegen Null. Hinzu kommt, dass Sie ab diesem Alter nicht mehr von einem Jugendbonus zehren können, da Sie nach Ansicht der Wirtschaft im Allgemeinen und der werbetreibenden und kreativen Industrie im Besonderen an Produktiv- Wert verloren haben.
Im Zeitalter des Jugendkultes gelten Sie ab 32 Jahren als zu unflexibel, wenig dynamisch, am zeitgeistigen (Jugend-)Markt vorbeidenkend, zu kritisch, zu wenig belastungsfähig und schwer in ein Team integrierbar. Zwar heißt es, dass man für einen Neuanfang oder eine berufliche Umorientierung nie zu alt sei, aber die Praxis des Arbeitsmarktes widerlegt dies schnell. Schon wenn Sie sich ab 32 Jahren neues Fachwissen aneignen und dann mit 35 Jahren neu durchstarten wollen, wird der Personalentscheider in der Regel dem jugendlichen Mitbewerber den Vorzug geben. Ab einem Alter von 40 Jahren wird Ihre Bewerbung um einen Arbeitsplatz nur dann noch ernstgenommen, wenn Sie 15 Jahre einschlägische Berufserfahrung, Tätigkeiten in leitender und verantwortungsvoller Position und ein profundes Fachwissen nachweisen können. Ansonsten wird Ihre Bewerbung verständnis- los als Zumutung abgewiesen. Nach Vollendung des 49. Lebensjahres sind Sie dann auch für die Werbewirtschaft als Rentner abgeschrieben. Sie gehören nicht mehr einer wirtschaftsrelevanten (sprich: konsumfreudigen und manipulierbaren) Zielgruppe an und gelten als nicht mehr daseinsberechtigt und existent.
Daraus folgt: Entweder Sie fangen früh in Ihrer Jugend mit einer sehr zielgenau geplanten Berufskarriere an und sammeln die Erfahrungen, Arbeitszeugnisse und Referenzen in Praktika und/oder berufsbezogenen Jobs und qualifikationsgemäßen Anstellungen in den ca. 7 Jahren bis zum 33. Lebensjahr, um danach in Ihrer Branche weiterarbeiten zu können oder Sie sind gezwungen, sich als Selbständiger auf Gewerbeschein durchzuschlagen oder Ihr Unterhalt als Billiglohnkraft für minder- qualifizierte Tätigkeiten oder als Empfänger von staatlichem Wohlfahrtsgeld zu bestreiten. |
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