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Karriere: Praktika und Lehr-Jobs | |||||||
Wie wichtig berufliche Erfahrung ist und wie wenig Zeit Ihnen dafür bleibt, haben Sie bereits im Kapitel über Lebensalter und Berufsphasen gelesen. Praktika und berufsbezogene Jobs sind dafür sehr gut geeignet und oft eine unverzichtbare Voraussetzung für bessere Einstellungschancen bei der Bewerbung um den ersten "richtigen" Arbeitsplatz. Mit "richtigen" Arbeitsplatz meine ich ein festes Angestelltenverhältnis, bei dem Sie eine berufs- qualifizierende und abgeschlossene Ausbildung be- nötigen und einem Erwerb nachgehen, mit dem Sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Die Anbieter von Praktikumsplätzen finden Sie nicht nur durch abfragendes Telefonieren, wobei Sie sich durch lokale Branchenverzeichnisse (z.B. Gelbe Seiten) arbeiten, sondern es gibt auch schon speziell für Praktikumsbewerber erstellte Führer oder Atlanten, die stellenanbietende Firmen samt Portrait auflisten. Sie finden solche Firmen auch auf dieser Website in der Rubrik "Multimedia-Publishing" Wegen der starken Praktikumsplatz-Nachfrage sollten Sie bereits vor Beendigung Ihrer Schulzeit und spätestens kurz nach Antritt Ihrer Berufs-Ausbildung diverse Anbieter Ihrer Zielbranche kontakten und sich in einer Warteliste vormerken lassen. Lange Wartelisten gibt es nämlich bei großen und renommierten Unternehmen, deren Nennungen in Ihrer späteren Bewerbung für Personalentscheider viel Bedeutung haben und u.a. Ihr Ansehen prägen. Denn es gilt: Je bekannter die Praktikumsfirma, in der Sie arbeiten, desto mehr Kompetenz wird Ihnen später zugetraut.
Denn im Gegensatz zu einem berufsbezogenen Job ist das Praktikum darauf ausgerichtet, Ihnen parallel zu Ihrer theoretischen Berufs-Ausbildung praktische Kenntnisse zu vermitteln und Ihnen Zusammenhänge und Hintergründe Ihrer Arbeit transparent zu machen. Da es sich also um eine Ausbildungsergänzung handelt, die dem Betrieb Zeit und Personal kostet, müssen Sie Ihre Arbeit als eine Art Aufwandsentschädigung betrachten und erhalten deswegen keine Vergütung oder nur eine als symbolisch zu bezeichnende, wenn Sie mehr gearbeitet als praktisch gelernt haben.
Diese Tatsache machen sich leider recht viele Firmen zunutze, indem sie berufsbezogene Jobs als Prakti- kumsplätze anbieten, um Sie als billige Arbeitskraft zu mißbrauchen. Dabei sollen Sie als "Praktikant" unqualifizierte Gelegenheitsarbeiten ausüben, die Ihnen weder einen qualifizierenden Erkenntnisgewinn noch einen angemessenen Arbeitslohn einbringen. Überprüfen Sie daher vor Antritt einer Praktikums- stelle die Seriosität des Anbieters, indem Sie die Arbeitskonditionen, qualifizierende Tätigkeiten und vor allem die Ausbildungsinhalte erfragen. Sollten Sie ausweichende Antworten bekommen oder sollte nur von unqualifizierter Arbeit die Rede sein, dann streichen Sie diese Firma aus Ihrer Kontaktliste. Wenn Sie aus wirtschaftlichen Gründen neben einer Praktikumsstelle noch eine Beschäftigung suchen, die Ihnen das Studium oder Ihren Lebensunterhalt mitfinanzieren soll, dann wählen Sie nach Möglichkeit einen Job, der in Ihrem Berufsfeld liegt. Diese berufsbezogenen Jobs bieten außer Einarbeitungs- unterweisungen keine praktischen Lehrstunden, dafür aber eine Vergütung Ihrer geleisteten Arbeit. In der Regel sind diese Jobs zwar bei einer späteren Bewerbung nicht so angesehen wie Praktika, bringen aber im Gegensatz zu ausschließlich existenzbezogenen Jobs außer Geld wenigstens einige Pluspunkte für Ihr Qualifikationsprofil in Sachen Erfahrung. Sowohl Praktika als auch berufsbezogene Jobs haben gemeinsam, dass Sie Ihren Beruf und dessen Umfeld besser und vielseitiger kennenlernen und damit be- urteilen können. Die so gewonnenen Erfahrungen und daraus abgeleiteten Erkenntnisse sollten Sie zur kritischen Überprüfung der Lehrinhalte in Ihrer Berufsausbildung heranziehen und auch zur Überprüfung Ihres geplanten Berufsweges, denn die Praxis sieht oft anders aus als in den von Wunsch- und Idealvorstellungen geprägten Berufsbildern. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Gelegenheit zum » "Private Networking", dem Knüpfen und Pflegen von Kontakten und Beziehungen, die für zielgenaue Be- werbungen wichtig sind. Nutzen Sie Ihre Arbeit im Praktikum oder einem berufsbezogenen Job dazu, von Branchen-Insidern Informationen zu sammeln und auszuwerten. Nur so erkennen Sie, wie Sie wo und wann bei wem durch was zu einem Arbeitsplatz oder einem Auftrag kommen. Ohne "Private Networking" werden Sie diese berufs- fördernden Informationen nie oder zu spät erfahren. |
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