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Karriere: Existenzbezogene Jobs | ||||||
Wer kennt sie nicht - die typischen Studentenjobs: Pizza-Lieferservice, Kurierdienste, Taxi-Fahrdienste, Service in Fastfood-Restaurants und in Gastronomie, Promotion- & Sales-Service, Callcenter-Service und viele andere Tätigkeitsfelder im Service-Bereich. Die Bezeichnungen für diese Jobs werden oft anglo- amerikanisiert und kommen hochtrabend und viel- bedeutend daher. Professionalität und eine zukunfts- orientierte Beschäftigung suggerierend, täuschen sie aber über das hinweg, was sie wirklich sind: Unqualifizierte Aushilfs- und Gelegenheitsarbeiten für mittellose Beschäftigungsabhängige zum Billig- lohntarif ohne soziale Sicherheit. Die Jobber sind moderne Stunden- und Tagelöhner, die nur im Hier und Jetzt und von der Hand in den Mund leben können. Diese existenzbezogenen Jobs müssen leider sehr viele Erwerbsuchende annehmen, um Studium oder Lebensunterhalt zu finanzieren. Ein Bezug zum erlernten oder zu erlernenden Beruf ist kaum bzw. nicht vorhanden. Die Möglichkeit zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung macht diese besonders für Studenten und auf Erwerb angewiesene Frauen (meist alleinerziehende Mütter) attraktiv.
Als Auszubildender oder Student sollten Sie diese Jobs meiden, denn im Gegensatz zu Praktikum oder berufsbezogenen Jobs gelten diese Erfahrungen aus dem Erwerbsleben nicht als qualifizierend und selbst soziale Kompetenzen lassen sich damit in den Bewerbungen um einen "richtigen" Arbeitsplatz nur selten belegen. In Anbetracht der nur sehr kurzen "Bewährungszeit" von ca. 7 Jahren sind solche Tätigkeiten wie Aus- fallzeiten zu werten und damit als verschwendete Zeit mit fatalen Folgen. Da Sie in Ihrem Lebenslauf später alle beruflichen Stationen Ihres Werdeganges lückenlos belegen müssen, sind auch diese nicht anerkannten Studentenjobs auf- zuführen, wenn Sie diese ausgeübt haben. Der Personalentscheider wird das Vorhandensein dieser Jobs als mangelnde Berufserfahrung, Unfähigkeit zur qualifizierten Arbeit oder fehlendes Berufs-Engagement interpretieren und Ihnen das aus wirtschaftlicher Not Gemachte als selbstverschuldetes Unvermögen auslegen. Das führt dazu, dass sich Ihre Einstellungschancen verschlechtern und Sie deshalb keine Gelegenheit bekommen, qualifizierte Tätigkeiten auszuüben, selbst wenn Sie es wollen und dazu auch wissens- mäßig in der Lage wären. Da Sie also keine berufsbezogene Arbeit bekommen, und Ihre Zahlungsverpflichtungen weiterlaufen, sind Sie nun abermals gezwungen, auf die leicht zugäng- lichen Jobs auszuweichen, in denen Sie oft nur für wenige Stunden in der Woche eingesetzt werden können und so geringfügig bezahlt werden, dass Sie sogar noch einen Zweit- oder gar Drittjob annehmen müssen, um überhaupt davon leben zu können. Da der jobanbietende Arbeitgeber von der Sozialab- gabenpflicht befreit ist, müssen Sie sich selbst um Ihre Kranken-, Arbeitslosen- und Renten-Versich- erungen kümmern. Wenn Ihr Einkommen -wie in den meisten Fällen- nicht für diese Extra-Aufwendungen ausreicht, dann fallen Sie in Versicherungslöcher und verlieren Ansprüche in wirtschaftlichen Not- situationen. Je mehr Sie in diesen Jobs arbeiten, desto schlechter werden Ihre Einstellungschancen in Ihrem Wunschberuf. So kommen Sie in ein Teufelskreis, aus dem Sie sich selten aus eigener Kraft wieder befreien können. Für die schnelle Aufnahme in ein solches Beschäfti- gungsverhältnis und die flexible Arbeitszeitgestaltung zahlen Sie somit einen sehr hohen Preis, der Sie gleich doppelt belastet: 1.) Beruflich: Existenzbezogene Jobs rauben Ihnen kostbare Zeit für Ihre berufliche Ausbildung und Qualifikation. Sie verhindern sowohl zeitlich als auch durch die abschlägigen Beurteilungen seitens der Personal- entscheider die Aufnahme berufsqualifizierender Tätigkeiten, die Praxiserfahrung, Arbeitsproben bzw. Referenzen hervorbringen, die für erfolg- reiche Bewerbungen um einen Arbeitsplatz im Wunsch-Beruf unbedingte Voraussetzung sind. 2.) Wirtschaftlich: Existenzbezogene Jobs nötigen zu einem Leben am Existenzminimum, das keine Rücklagen- bildung zur wirtschaftlichen Absicherung und privater Vorsorge ermöglicht und Sie auch aller Rechte auf Sozialleistungen inklusive Altersversorgung beraubt. Sie erkennen: Existenzbezogene Jobs nützen kurzfristig Ihrer Haushaltskasse, schaden aber langfristig Ihrer Berufs-Karriere und gefährden damit die wirt- schaftliche Absicherung Ihrer Zukunft. |
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