Karriere: Bewerbung 4

 

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Bewerbung
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Bewerbung



Gründe für ein Scheitern der Bewerbung

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Sehen wir aber von selbstgewählten Zusatz-
Qualifikationen ab, so geht der Arbeitsmarkt
davon aus, dass alle anderen Kenntnisse und Fähig-
keiten in der beruflichen Praxis erworben werden.

Doch genau hier stoßen wir auf den sogenannten
Flaschenhals - dem Engpass bei der Lösung des
Problems, die Arbeitslosigkeit zu überwinden.

In welches Stellenangebot Sie auch schauen,
fast immer und überall wird neben der fach-
lichen und außerfachlichen Qualifikation die
jahrelange Berufs-Erfahrung in einem oft sehr
speziellen Tätigkeitsumfeld vorausgesetzt.

Diese Erfahrung kann aber nicht bei einem
frisch ausgebildeten Bewerber vorhanden sein,
der sich diese erst noch erarbeiten möchte.

Angesichts der sich ständig ändernden beruf-
lichen Anforderungen - bedingt durch die rasant
fortschreitende Technologieentwicklung in allen
Branchen - kommt der Erwerbssuchende aus dem
lebenslangen Weiterlernen nicht mehr heraus und
sieht sich laufend neu-entstehenden Berufsfeldern
und Anforderungen gegenüber, mit denen er nie
zuvor konfrontiert gewesen sein konnte.

Was immer Sie daher auch gelernt haben und neu
dazulernen, Sie werden als Bewerber zwangsläufig
immer wieder vor Neuland stehen.

Solange der Arbeitsmarkt Ihnen nicht die Möglichkeit
gibt, Ihr Wissen auch ohne Berufs-Erfahrung in die
Praxis umzusetzen, solange werden Sie keine Arbeit
und damit keine Erfahrung bekommen - und ohne
Erfahrung bekommen Sie keine Arbeit, selbst dann
nicht, wenn Sie die besten Abschlüsse und sehr
viele Zusatz-Qualifikationen vorweisen können.

Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen !

Es sind also nicht immer die fehlenden Qualifikationen,
die eine Einbringung auf den Arbeitsmarkt verhindern,
sondern haupt- und ursächlich die mangelnden Möglich-
keiten zur Erfahrungsbildung und der damit verbundenen
Kompetenzerweiterung !

Warum bekommen Sie als qualifizierter Bewerber kaum
eine Chance, Ihr Können in der Praxis zu beweisen und
weiterzuentwickeln ?

Weil die Wirtschaft nicht oder kaum bereit ist, die
anfänglichen Aufwendungen an Zeit, Geld und Personal
aufzubringen, um Sie als qualifizierte Arbeitskraft ein-
zuarbeiten und per "training-on-the-job" für Ihre
neuen berufsspezifischen Aufgaben fit zu machen.

Als Neuling gelten Sie als Risikofaktor, der dem
Unternehmen ein Klotz am Bein ist und sowohl den
Qualitätsstandard als auch die Schnelligkeit im
Workflow (Arbeitsablaufprozess / Arbeitsfluß) senkt.

Wo gnadenloser Wettbewerbsdruck herrscht, können
zusätzliche Aufwendungen und Effienzverluste die
Rentabilität und damit die Existenz des Unternehmens
gefährden. Deshalb stellt die Wirtschaft - wenn
überhaupt noch - nur berufserfahrene Arbeitskräfte
ein, die sofort und reibungslos "funktionieren".

Sollten Sie also bisher keine Möglichkeit zur Ge-
winnung von Berufserfahrung bekommen haben,
ist eine Bewerbung auf ein Stellenangebot mit
Berufserfahrung als Muß-Kriterium aussichtslos.

Selbst wenn Sie alle Zertifikate aufführen können,
die Sie als berufsqualifiziert ausweisen und Sie
sich im Sinne der Bewerbungsratgeber formvoll-
endet und stilvoll präsentieren können, werden
Sie gegenüber einem Bewerber mit Erfahrung und
Referenzen keine Chance haben.

Bedenken Sie, dass sich meist Hunderte von
Bewerbungsmappen auf den Schreibtischen der
Personalentscheider türmen und in kurzer Zeit
abgearbeitet werden müssen.

So können bereits kleinste Abweichungen vom
Idealprofil und von der Idealbewerbungs-Aufmachung
dazu führen, dass Sie sofort durch das Erwartungs-
raster fallen.

Zirka Dreiviertel (!!!) der im ersten Sichtungs-
durchgang auf Schablonen-Konformität geprüften Be-
werbungen landen dabei in den Mülleimer oder werden
bestenfalls wieder an den Absender zurückgeschickt.

Das letzte Viertel wird mit mehr Aufmerksamkeit
begutachtet. Pro Bewerbungsmappe in der Regel
bis ca. 7 Minuten, was einer durchschnittlichen Lese-
geschwindigkeit von 60 Sekunden pro Dokumentseite
entspricht.

Sollte sich Ihre Bewerbung unter diesem letzten
Viertel befinden, werden Sie meist zu einem Vor-
stellungsgespräch geladen. Damit sind Sie Ihrem
Wunschziel auf Anstellung etwas näher gerückt.

Wie Sie sich auf dieses Vorstellungsgespräch am
besten vorbereiten können, ist in allen gängigen
Bewerbungsratgebern in Buchform oder in Form
von CD-ROMs bzw. Internetseiten nachzulesen.

Es empfiehlt sich, alle möglichen Fragen mit
all den dazu vorgegebenen Antworten auswendig
zu lernen. Denn so wie von einem Schauspieler
erwartet wird, dass er sein Drehbuch in- und
auswendig kennt, so müssen auch Sie sich text-
sicher zeigen, um Ihre Rolle überzeugend zu
spielen.

Wie Sie sich an den Anfang dieses Kapitels
erinnern können, sind ja Werbung, Bewerbung
und Schauspielerei wesensverwandt, was gerade
im Vorstellungsgespräch besonders offensichtlich
wird.

Aber sollte man nicht - wie es die Ratgeber und
auch der gesunde Menschenverstand nahelegen -
bei der Wahrheit bleiben und sich ganz natürlich
und aufrichtig verhalten ?

Im Grunde schon. Aber in einem Wirtschaftssystem,
dass nur den ausschließlich nach Profitmaximierung
Strebenden als wertvolles und existenzberechtigtes
Mitglied der Gesellschaft anerkennt, werden Aussagen
und Verhaltensweisen, die die Menschenwürdigkeit
einer solchen Ideologie in Frage stellen, als unwirt-
schaftlich und damit lebenssinnverfehlend gewertet.
Folge: Ihnen wird das Recht auf Arbeit verweigert.

Sich natürlich geben bedeutet daher, Darstellungs-
brüche zwischen Dichtung und Wahrheit zu vermeiden
und den Gesprächsleitfaden gemäß der eigenen Bio-
grafie zu modifizieren.

Das Vorstellungsgespräch gleicht daher eher einem
ritualisierten Zeremoniell, bei dem Ihre ideologische
Stromlinienförmigkeit und Ihre profihafte unternehme-
rische Einstellung zum Erfolg getestet werden soll.

Praxisbezogen heißt das:
Sie haben als wirtschaftlich Abhängiger die gleiche
Einstellung und die gleichen Interessen wie Ihr selb-
ständiger Arbeitgeber.

Sie erklären sich bereit, Ihre individuelle Persön-
lichkeit zu leugnen, keine eigene Meinung zu haben,
sich der hierarchischen Betriebsordnung bedingungs-
los zu unterwerfen, alle denkbaren menschlichen
Opfer ohne Erwartung einer Gegenleistung für die
Profitmaximierung Ihres Arbeitgebers zu erbringen.

Erfolg soll für Sie sein, wenn Sie es schaffen, das Ihnen
gesetzte Ziel zu erreichen oder besser noch zu über-
treffen - egal wie und auf wessen Kosten auch immer.
Nur auf Kosten des Arbeitgebers natürlich nicht.

Wie sehr Ihre Arbeitsbedingungen auch von der Firma
vorgegeben sind und Ihre Arbeit auch durch diese
fremdbestimmt wird, Sie haben aber in jedem Fall
alles selbst zu verantworten.

Wenn Sie wenig Erfolg haben, dann haben Sie sich
als Schuldiger auszuweisen.
Wenn Sie Erfolg haben sollten, dann haben Sie es der
Firma zugute zu schreiben und sich in den Hintergrund
zu stellen, da Sie ja schließlich dafür bezahlt werden.

Um ihm all das zu signalisieren, halten Sie sich
an das "Hofprotokoll" und spielen dem Inter-
viewenden Ihre Rolle vor.
Er weiß, dass er wie Sie eine Rolle spielen muß und
dass Sie es auch wissen. Dadurch aber, dass sie beide
so tun, als fände keine Schauspielerei statt, kann der
Personalentscheider sicher sein, dass Sie verstanden
haben, worauf es bei diesem Theater ankommt.

Auch die Frage nach ausgeübten Ehrenämtern
kann beabsichtigen, Ihre Bereitschaft zur selbst-
losen Aufopferung zu erkunden.

Können Sie die Frage positiv beantworten, kann
der Personalentscheider darauf spekulieren, dass
Sie auch Dumpinglöhne, unbezahlte Überstunden,
unqualifizierte Extra-Arbeit und viele Entrecht-
ungen und Pflichtaufbürdungen fatalistisch hinnehmen.

Nicht fatalistisch hinnehmen dürfen Sie dagegen
durch Arbeitslosigkeit bedingte Ausfallzeiten.
Das wäre - entgegen den Beschwichtigungen der
im Auftrag des Staates für Arbeitsmarkt und
Wirtschaftsförderung Tätigen - kein Zeichen
einer profihaften unternehmerischen Einstellung
zum Erfolg.

Gemäß der oben gegebenen Definition hält man Sie
als Arbeitsloser - oder wie es bei Vorstellungsge-
sprächen heißen muß: Arbeitssuchender - in jedem
Fall für selbst schuldig und "sozialschädlich".

Selbst dann, wenn Sie treu und pflichtbewußt ge-
arbeitet haben und zusammmen mit hunderten oder
sogar tausenden von Kollegen entlassen wurden,
weil die Aktienkurse an der Börse fielen und die
Gewinneinbrüche kompensiert werden sollten.

Halten Sie sich in diesem Zusammenhang auch
stets vor Augen, dass eine lückenlose Doku-
mentation und Rechtfertigung Ihres beruflichen
Lebensweges erwartet wird.

Ungradlininige Karrieren gelten auch dann als
suspekt und als ein Zeichen Ihres Unvermögens,
wenn Sie aufgrund privater, familiärer oder
wirtschaftlicher Umstände gezwungen waren, in
Ihrer Berufsplanung neu zu disponieren, um Ihren
Lebensunterhalt bestreiten oder Ansprüche auf
Sozialversicherungen erheben zu können.

Ein weiteres Beispiel für nicht von Ihnen be-
einflussbare Entwicklungen in Ihrer Biografie
ist die Zwangsbefolgung der sogenannten Zumut-
barkeitsklausel bei der Zuweisung einer un-
bzw. minderqualifizierten Beschäftigung durch
das Arbeitsamt im Falle Ihrer Erwerbslosigkeit.

Diese Beschäftigung hindert Sie nicht nur am
Verfolgen Ihrer beruflichen Ziele, sondern läßt
bei Personalentscheidern den Eindruck entstehen,
dass Sie sich entweder aus freier Entscheidung
dazu entschlossen hätten oder dass Sie nur auf
die Zuweisung gewartet hätten, weil Sie keine
Arbeitsinitiative besäßen und sich keinen höheren
Anforderungen stellen würden.

Sollten Sie sich in Ihrer Zeit vor der Bewerbung
als Einzelkämpfer freiberuflich betätigt haben
und vor lauter Bemühungen für zeit- und kost-
spielige Kundengewinnungen kaum zur erwerb-
bringenden Arbeit gekommen sein, wird man
Ihnen auch dies als Minuspunkt anrechnen.

Ebenso gehen auf Ihr Lastenkonto alle Erwerbs-
tätigkeiten, die Sie nicht erfolgreich abschließen
konnten, weil Kunden in der Auftragsabwicklung
vertragswidrig abgesprungen sind oder weil Auftrag-
geber sich im nachhinein als Scheinkunden und
Leistungspreller herausstellten oder weil ein
Strukturwandel in der Branche Ihre Arbeit bedrohte.

Hieran sehen Sie wieder, wie wichtig es ist,
nach der beruflichen Ausbildung über Praktika und
über kleine Einstiegstätigkeiten im Angestellten-
Verhältnis zu Berufserfahrungen und Referenzen
zu kommen. Je länger Sie in diesen abhängigen
Beschäftigungen verbracht haben, desto geringer
ist das Risiko, bei Ihrer nächsten Bewerbung als
unqualifiziert und erfolglos diffamiert zu werden.

Jede erfolglose Bewerbung in Ihrem Berufsleben
führt leider sehr oft zur Verlängerung der Arbeits-
losigkeit oder zur Aufnahme einer als nicht quali-
fizierend anerkannten Gelegenheitsarbeit, was bei
der nächsten Bewerbung für noch sehr viel schlech-
tere Aussichten sorgen wird.

In der heutigen Zeit, in der Sie über Ihr berufliches
Schicksal nur noch sehr bedingt Herr sein können,
weil der permanente Strukturwandel Sie zu lebens-
langem Weiter- und Umlernen und damit zu Zwangs-
pausen, Ausfallzeiten und Arbeitslosigkeit nötigt,
werden Sie fremdbestimmterweise immer mehr von
der Wirtschaft zum Selbst-Schuldigen degradiert
und um Ihre Wiedereinstiegs-Chancen gebracht.

Hinzu kommt noch, dass Sie im Laufe Ihrer Be-
mühungen zur Verbesserung der Bewerbungs-
aussichten immer älter und damit immer un-
attraktiver für den freien Arbeitsmarkt werden.

Am Bruch in der Kontinuität der Berufs- und
Karriere-Planung zerbricht auch schnell der
wirtschaftlich Abhängige, weil er für ständige
Arbeitsmarktadaptionen mehr existentielle
Ressourcen verbraucht als er aufbauen kann.

Neben diesen biografie-bezogenen Einstellungs-
hindernissen gibt es aber im Laufe des Vor-
stellungsgespräches noch jede Menge weiterer
Gründe, die zum Scheitern Ihrer Bewerbung
führen können.

So kommt es auch oft vor, dass Sie über Ihren
Berufsweg und über Ihre geplanten Ziele und
Motivationen referieren sollen, ohne dass der
Personalentscheider allzu viel Fragen stellt
und damit den Ablauf der Vorstellung steuert.

Dafür ist ein hohes Maß an Improvisierkunst
nötig oder eine entsprechende Vorbereitung
des Referates, das sich an die Erwartungs-
haltung des Fragenden orientiert.

Aber gerade hier tauchen oft verständliche
Unsicherheiten auf, weil Sie als Bewerber ja
nur vermuten können, was dem Personalent-
scheider interessiert, in welcher Ausführlich-
keit oder Kürze er welche Themen in welcher
stilistischen Darstellungsweise vorgetragen
bekommen möchte.

Wie leicht können Sie da in Ihrer Vorstellung
zuviel oder zuwenig berichten, weil Ihre per-
sönlichen Schwerpunktthemen andere sind als
die des Fragenden.

Wie leicht können Sie Begriffe oder Formulier-
ungen verwenden, mit denen Sie ganz andere
Werte und Assoziationen verbinden als der
Personalentscheider.

Wie leicht kann auf diese Weise ein ver-
zerrtes Bild von Ihrem wahren Wesen ent-
stehen, das mit dem erwarteten Idealbild
der Firma nicht mehr übereinstimmt.

Die Gefährdung Ihres Bewerbungserfolges liegt
dabei im Fehlen einer entsprechenden Reaktion
von Ihrem Zuhörer, der das Vorgetragende nur
in seinem Sinne deutet und versteht und Ihnen
keine Möglichkeit gibt, Mißverständnisse und
Fehl(vor-)urteile zu korrigieren.

Worauf Sie sich auch nicht vorbereiten können,
ist die psychologische Disposition des Personal-
entscheiders, die neben seiner genetischen
Veranlagung auch von aktuellen Umwelteinflüssen
geprägt wird, wie Termin- und Leistungsdruck,
Mobbing, private Frustrationen, Geldverluste
an der Börse etc.

All diese Faktoren können eine objektive Be-
urteilung Ihrer Selbstdarstellung behindern.

Auch kann es vorkommen, dass sich Personal-
entscheider krampfhaft an Boardmarkern fest-
klammern und diese malträtieren, um ihre
Spannungen abzubauen. Bei zusätzlicher Neigung
zur Hyperaktivität oder zu Neurosen kann
jede Ihrer vortragsunterstützenden Gestikulation
zu nervösen und gereizten Reaktionen führen.

Bei Zeitdruck kann es vorkommen, dass Ihre
Selbstaussagen nur mit eingeschränkter Aufmerk-
samkeit verfolgt werden, was Sie am nervösen
Fingertrommeln auf Stuhllehne bzw. Tisch oder
am hektisch und ziellosen Herumschweifen des
Blickes erkennen können.

Auch die Beurteilung nach Äußerlichkeiten
kann zu Ihrer Disqualifikation führen.

Das ist dann der Fall, wenn dem Personalent-
scheider Ihre Nase, Ihre Stimme, Kravatte oder
Garderobe im allgemeinen nicht gefällt.

Bestes Beispiel hierfür bei einem Vorstellungs-
gespräch ist das Tragen weißer Socken, was ins-
besondere Bewerber um eine Stelle als Verkäufer
sofort als unprofessionelle Dilettanten ausweist
und disqualifiziert. Erwartet werden stattdessen
Strümpfe in dunkelblau, anthrazit oder schwarz.

Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie etwas
zu selbstbewußt auftreten und Ihren Wunsch
nach verantwortungsvollen Positionen bzw.
nach Einflussnahme auf unternehmerische
Entscheidungen äußern.

Ein solches Verhalten wird nämlich als Unter-
grabung der autoritären Persönlichkeit des
Personalentscheiders und als bedrohlicher
Angriff auf die Macht bestehender Positions-
inhaber gewertet. Bereits der Hinweis auf Ihre
Innovationsfähigkeit und die damit verbundene
Andeutung, Bestehendes ändern oder Neues ein-
führen zu wollen, erzielt die gleiche Wirkung.

Das führt zu Ihrer Einstufung als Risikofaktor
und gefährdet Ihren Bewerbungserfolg.
Daran sehen Sie, dass der propagierten Eigen-
initiative des Bewerbers sehr schnell Grenzen
gesetzt werden, sobald Sie sich in bestehende
Kompetenzbereiche einbringen möchten.

Ein mangelndes Interesse an Ihrer Person als
Bewerber und eine darauf folgende Absage
kann auch einen ganz anderen Grund haben:
eine Schein-Stellenausschreibung.

Das bedeutet, dass eine Stellenausschreibung
nur deshalb erfolgt, weil sich das Unternehmen
durch - im Vergleich zu klassischen Werbeanzeigen -
kostengünstige Stellenangebots-Anzeigen in Serie
in der Öffentlichkeit werbend produzieren will.
Somit wird nicht nur der Bekanntheitsgrad der
Firma größer, sondern auch deren Sozial-Prestige.

Dabei besteht weder eine dringende Notwendigkeit,
noch der ernsthafte Wille, Arbeitskräfte einzustellen.

Oft können Sie solche Schein-Anwerbungen daran
erkennen, dass die Berufsbezeichnung im Stellen-
angebot sehr schwammig und allgemeinplätzig ge-
wählt wird (z.B. "Wir suchen laufend Mitarbeiter...";
oder: "Für eine Stelle im Vertrieb suchen wir ...")
und der mengenmäßige Anteil der Firmenselbstdar-
stellung die Beschreibung des Arbeitsplatzes und
der zu verrichtenden Tätigkeiten überwiegt.

Auch wenn Firmen einen spezifizierten Bedarf an
Arbeitskräften haben, aber über mehrere Wochen
immer wieder die gleichen Stellenanzeigen
schalten, besteht der Verdacht, dass entweder
die Erwartungen an den Bewerber zu überzogen
und unrealistisch sind oder dass es sich um
Schein-Anwerbungen handelt.

All diese Beispiele belegen, wie abhängig Sie
von äußeren Bedingungen sind, die Sie nicht
selbst zu Ihren Gunsten beeinflussen können.

Selbst wenn Sie alle qualifizierenden Voraus-
setzungen erfüllen und sich motiviert nach allen
Regeln der Bewerbungskunst um einen Arbeits-
platz bemühen, muß eine solch ideale Bewerbung
nicht automatisch zum garantierten Erfolg führen,
wie es Ihnen die Titel zahlloser Bücher und
Broschüren zu diesem Thema suggerieren wollen.

Ohne Zweifel können diese Hilfen zur Selbsthilfe
sehr nützlich sein und Berufsberatung ist auch
nötiger denn je, aber - und das ist der entschei-
dende Punkt - ohne begleitende politische Maß-
nahmen müssen Bewerbungen wegen des Mangels
an Arbeitsplätzen ins Leere laufen oder ein Glücks-
spiel bleiben nach fremdbestimmten und teilweise
willkürlichen Regeln, die mit fachlichem Können
nichts mehr zu tun haben !




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