Karriere: Arbeit als Angestellter

 

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Arbeit als Angestellter
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Arbeit als Angestellter



Allgemeine Situation

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War es früher noch gang und gäbe, sich nach der
Berufsausbildung in ein Angestellten-Verhältnis
zu begeben, dass zwischen 10 bis 40 Jahren dauerte
und kaum eine Weiterqualifikation oder gar beruf-
liche Umorientierung erforderte, so gleicht das
Erwerbsleben heute eher einem Tanz auf dem Vulkan.

Die Stabilität der Arbeitsbedingungen und die
Kontinuität beruflicher Arbeit sind dem ständigen
Strukturwandel und dem periodischen Wechselspiel
aus Arbeit, Arbeitslosigkeit, Weiterbildung und Um-
bzw. Neuorientierung gewichen.

Nichts ist, wie es mal war und das einzig
Beständige ist nur die Unbeständigkeit.

So ist es dann auch nicht mehr verwunderlich,
wenn Sie heutzutage schon bei Antritt eines
Angestellten-Verhältnisses wissen, wann dieses
beendet sein wird.

Unbefristete Arbeitsverträge gehören der Ver-
gangenheit an und wurden durch befristete er-
setzt, die durchschnittlich eine Dauer von
6 Monaten bis 2 Jahren haben.

Durch befristete Beschäftigungsverhältnisse können
Unternehmen die immer kürzer werdenden Produkt-
vermarktungs- und Arbeitsmarktzyklen flexibler ko-
ordinieren und damit besser aufeinander abstimmen.
Kurzfristige Arbeitsverträge machen die Betriebs-
wirtschaft zwar effizienter, erzeugen aber in der
Staatswirtschaft auch große soziale Spannungen
und Probleme.

Das erklärt sich schon allein aus der Tatsache,
dass sich der Mensch in seinem Wesen nicht wie
eine Maschine von einem Tag auf den anderen auf
neue Arbeitstechniken und Funktionen umschalten
kann.

Das aber wird erwartet, wenn Sie aus einem Ange-
stellten-Verhältnis in ein anderes wechseln müssen.
Die Nachteile liegen klar auf der Hand:

Sie haben wenig Zeit, sich für Ihr zugewiesenes
Tätigkeitsfeld einzuarbeiten. Sobald Sie es aber
geschafft haben, sich langsam zu professionali-
sieren, ist Ihr Arbeitsverhälnis bereits beendet.

Ein Aufstieg in verantwortungsvollere Positionen,
geschweige denn noch ein kontinuierliches "Sich-
Hocharbeiten" auf der beruflichen Karriereleiter
in einem Unternehmen ist damit unmöglich geworden.

Ferner entfallen im Zuge der sich immer mehr durch-
setzenden Betriebsphilosophie des "Lean Managements"
(Verflachung von betrieblichen Hierarchiestrukturen)
Möglichkeiten des beruflichen und sozialen Aufstiegs.
So bleiben Sie ständig auf den untersten Sprossen der
Karriereleiter stehen und müssen dabei die Arbeit er-
ledigen, die vor der "Verschlankungs-Reform" mehrere
Kollegen auf gleicher oder übergeordneter Betriebs-
ebene ausgeübt haben.

Sowohl die befristeten Arbeitsverträge als auch die
Hierarchieverflachungen bewirken somit, dass Sie
quantitativ und qualitativ mehr leisten müssen.
Im Verhältnis dazu aber, verdienen Sie weniger,
haben weniger Arbeitsrechte, einen geringen Status
in der Betriebsstruktur und kaum bzw. keine Auf-
stiegschancen, um diesen Status zu überwinden.

Das macht sich auch negativ in den Arbeitszeug-
nissen bemerkbar, die Sie ja Ihre durch befristete
Arbeit zwangsläufig immer wieder notwendig
werdenden Bewerbungen beilegen müssen.

Hierbei entsteht das Problem, dass Personalent-
scheider größtenteils noch immer von der konti-
nuierlichen Qualifikations- und Kompetenzer-
weiterung und der damit verbundenen Berufs-
erfahrung ausgehen, obwohl die gegenwärtigen
wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Ent-
wicklungen diese Möglichkeiten verhindern.

Als Folge daraus werden die Bewerbungschancen
immer geringer und die Anzahl der geringfügig Be-
schäftigten bzw. Arbeitslosen immer größer.

Wenn zur fatalen Kombination aus befristeter
Arbeit und "Lean Management / Production"
noch der us-amerikanische (Un-)Geist hinzu-
kommt (jeder soll ohne Rücksicht auf seine Mit-
menschen und um jeden Preis selbständig zum
Erfolg kommen), dann entwickelt sich ein körper-
lich wie seelisch krankmachendes Phänomen, das
wie ein Krebsgeschwür wuchert und immer mehr
um sich greift:




Mobbing ist wie ein Dämon, der - unsichtbar über
alles und jeden schwebend - die unheilvollen Ge-
schicke der Belegschaft eines Betriebes durch
Intrigen lenkt, seine Opfer durch Verschwörungs-
ängste einschüchtert und in den Verfolgungswahn
treibt.

Durch diesen seelischen Stress kann das vegetative
Nervensystem so stark geschädigt werden, dass sich
psychosomatische Leiden entwickeln.
Beispiele hierfür sind Migräne, Tinnitus, Verdauungs-
störungen, Magenkrämpfe, Magengeschwüre, Gürtel-
rosen, Überreaktionen der Haut usw.

Mobbing liegt begründet in der existenziellen
Angst vor einer ungewissen beruflichen Zukunft
und dem Streben nach Sicherheit und Erfolg im
Erwerbsleben eines Angestellten.

Basis hierfür ist aber die Verlängerung des kurz-
fristigen Arbeitsvertrages und da die meisten
Angestellten auf einer einzigen Betriebsstruktur-
stufe festgenagelt bleiben und wie Hamster im
Laufrad nie von der Stelle kommen - wie sehr diese
sich auch bemühen mögen - entsteht ein alles zer-
mürbender Konkurrenzkampf unter der Belegschaft.

Das führt oft zur nicht autorisierten, aber unbe-
merkt praktizierten Aneignung von Wettbewerbs-
vorteilen, wie z.B. das unbefugte Nutzen bestimmter
Macht-Kompetenzen, Tätigkeitsfelder, Arbeitsmittel,
Arbeitstechniken, Kundenlisten und Beziehungen.

Damit die Erfolge solcher Methoden zur unlauteren
Arbeitsoptimierung auch personaltechnisch zum ange-
strebten Ziel (Vertragsverlängerung und Beförderung)
führen, wird gemobbt, wodurch die eigene Position im
Betrieb gestärkt und die des Rivalen geschwächt wird.

So müssen wir im alltäglichen Kampf ums Überleben
leider immer häufiger beobachten, wie jeder gegen
jeden arbeitet und Mobbing ebenso zum Bestandteil
der Existenzsicherung wird, wie die berufliche Arbeit
selbst.

Wo versteckte und kaschierte Diffamierungen und
Denunziationen zur inoffiziellen Tagesordnung gehören,
entsteht ein Spannungszustand des gegenseitigen
Mißtrauens, der jede Arbeitsmotivation untergräbt,
jede Arbeitskraft lähmt und zersetzt und jede
Kollegialität und jeden Teamgeist zerstört.

Das Wesen des Phänomens Mobbing liegt darin,
dass es zwar erkannt und erlitten, aber nur in den
seltensten Fällen wegen seiner Subversivität nach-
gewiesen werden kann.

Wenn Sie also als Mitarbeiter einer Firma einen
begründeten, aber nicht nachweisbaren Verdacht
haben, dass gegen Sie oder einen Ihrer Kollegen
gemobbt wird und Sie dies in der Firma oder durch
Medien bekanntmachen, besteht für Sie die Gefahr,
entlassen und wegen Verleumdung und Geschäfts-
schädigung verklagt zu werden.

Aus diesem Grund wagt keiner, darüber zu reden.
Jeder leugnet dieses Phänomen und macht gute
Miene zum bösen Intrigen-Spiel. Die Betroffenen
bleiben dabei hilflos auf der Strecke und geraten
oft bis an den Rand der Verzweiflung.

Da in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit ein
"freiwilliges" Ausscheiden zu riskant ist, fühlen
sich viele Gemobbte dazu verdammt, sich diesem
grausamen Psycho-Terror zu fügen und sich von
Depressionen zerfressen zu lassen. Doch dadurch
wird die Leistungsfähigkeit erst recht vermindert,
was die Gefahr einer Entlassung steigert.

Das schweigende Heer der Mobbing-Opfer ist ein
trauriges und fassungslos machendes Beispiel für
die Folgen einer menschenverachtenden Wirtschafts-
entwicklung.

Aber auch ein nicht Gemobbter riskiert de facto
durch kollegiales Denken und Verzicht auf unlautere
Methoden eine Schwächung seiner Wettbewerbs-
situation und damit eine Verschlechterung des
Punktestandes auf seinem Leistungskonto, das
durch ständige Erfolgskontrollen erstellt wird.

Als Folge daraus muß er mit Repressalien und
Vergütungs- oder Leistungsbenachteiligungen oder
sogar mit einem frühzeitigen Ausscheiden aus dem
Arbeitsverhältnis rechnen.

Sozialverantwortliches Verhalten kann daher in
einem Betrieb, in dem Kundengewinnung und Umsatz-
maximierung um jeden Preis gelten, zum Aufstiegs-
hindernis oder gar zum Kündigungsgrund werden.

Aber ob Sie nun durch redliche Arbeit oder durch
unlauteren Wettbewerb und Mobbing versuchen,
Ihre berufliche Zukunft zu sichern, es wird
trotzdem sehr schwer sein, dies zu erreichen.

Denn Arbeitsverträge werden ungern verlängert,
weil sich daraus größere Ansprüche Ihrerseits ab-
leiten ließen. Der Zuwachs Ihrer Kompetenz könnte
zu Forderungen nach höherem Gehalt und mehr Sozial-
leistungen berechtigen. In angespannter Wirtschafts-
lage, in Zeiten des immer größer werdenden Kon-
kurrenzdruckes und knapper werdender Finanzmittel
wäre das Risiko Ihrer Forderungen für das Unter-
nehmen nicht mehr tragbar.


Der sich daraus ableitende Rat:
Damit Mobbing wirkungsvoll bekämpft werden kann,
müssen die arbeitswirtschaftlichen Rahmenbedingungen
korrigiert werden !

Dies ist über politisches und gewerkschaftliches
Engagement, aber auch und besonders über gemeinschaft-
liche Initiativen und Projekte zur Neu-Organisation
des Arbeitsmarktes möglich.

An der Entwicklung solcher Projekte arbeitet
Medialife-Guard und wird diese in Kürze auf Extra-Seiten
dieses Ratgeber-Magazins vorstellen:



Während das Opferschutz-Projekt den entstandenen
Schaden abfangen und die Not lindern soll, setzt sich das
Workinglife-Guard-Projekt dafür ein, dass solchen existenz-
gefährdenden Situationen vorgebeugt werden kann.


zum Forum: Mobbing und Bossing
Speziell zum Thema Mobbing können Sie
das neue Medialife-Guard-Forum nutzen,
in dem Sie Meinungen austauschen, sowie
Rat und Hilfe erhalten.






DGB-Informationen zur Angestelltenpolitik 03/97DGB-Informationen zur Angestelltenpolitik 03/97:
"Mobbing und Konflikte am Arbeitsplatz"
von Dr. Martin Resch. 33-seitiges Dokument (172 Kb)
Hier klicken.




www.mobbing-net.deVerein für Arbeitsschutz und Gesundheit durch systemische Mobbingberatung und Mediation e.V.:
"Mobbing-Net: Infos / Erfahrungsaustausch / Forum /
Tagungen / Veranstaltungen / Weiterbildung."




www.mobbinginfo.deInfo-Homepage von Nataly Bluhm:
"Mobbinginfo.de: Infos / Forum / Gesetze
und Urteile / Checklisten / Beratungsstellen."




www.euro-antimobbing.orgDas Informationsnetzwerk zum Thema Mobbing:
"European Antimobbing Association." Mit aktuellen
und kritischen Meldungen zur europäischen Anti-
mobbing-Gesetzgebung. Hrsg.: Kurt R. Werner.




www.fairness-stiftung.deZitat aus der Homepage der Fairness-Stiftung:
"Wir beraten unentgeltlich Führungskräfte, Verant-
wortliche und Selbständige sowie Unternehmen und
Organisationen, die Zielscheibe unfairer Angriffe sind."



Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing e.V.
VPSM (Verein gegen psychosozialen Stress
und Mobbing e.V.)
"Unabhängiger gemeinnütziger Verein, der seit 1995
in seiner Beratungsstelle „Balance“ in Wiesbaden und in
weiteren unter dem Fachverbund Pro Fair zusammen-
geschlossenen Beratungsstellen bundesweit Betroffene berät, auf Wunsch aktiv durch Schlichtung / Vermittlung / Mediation in Arbeitsplatzkonflikte eingreift und mit Hilfe von Führungskräfteseminaren solchen Problemen präventiv begegnet."








Persönliches Arbeitsklima

Lesezeit: 00 Minuten


Bei all den harten und ausschließlich individuell
ausgerichteten Überlebenskämpfen in den Betrieben
scheinen die Arbeitsbedingungen in modernisierten
und vielen neu gegründeten Unternehmen sehr sozial
und human zu sein.

Von einem "prima Arbeitsklima" und einem hoch
motiviertem Team, in dem jeder nette Kollege
"gut und locker drauf" ist und alle zusammen
jede Menge Spaß an der Arbeit haben, ist da die
Rede. Keine strengen Formalitäten und Konven-
tionen und kein Arbeiten nach Stechuhr und
Leistungsvorschriften.

Woher - so werden Sie sich jetzt fragen - kommt
dieser plötzliche Sinneswandel ? Hat man erkannt,
dass der Erwerbstätige nur unter solchen Bedingungen
wieder seine Bestimmung und Erfüllung in der Arbeit
finden kann ?

Leider nein. Erkannt hat man nur, dass die richtige
Verpackung eine verkaufsfördernde Wirkung hat.
Verpackung ist Werbung und diese hat das Ziel,
Träume zu verkaufen, indem sie Wünsche und ele-
mentare Grundbedürfnisse des Menschen bedient.

In diesem Fall sind die positiven Beschreibungen
der Arbeitsplatzsituation die Verpackung, die sowohl
den Wunsch nach Selbstverwirklichung und Glück
(durch Spaß) als auch das elementare Grundbedürfnis
nach Existenzsicherung durch den Schutz der
Gemeinschaft nährt.

So werden Hoffnungen und Erwartungen aufgebaut,
die dem Inhalt der Verpackung - die tatsächlichen
Arbeitsbedingungen mit all den Voraussetzungen,
die kaum oder schwer erfüllbar sind - in der Regel
widersprechen.

Das fängt schon damit an, dass das Team meist aus
Mitarbeitern besteht, die einer bestimmten "Peer-
group" zuzuordnen sind. Peergroups sind gesell-
schaftliche Referenz-Zielgruppen mit einer homo-
genen Gemeinschaft an Mitgliedern, die meist einer
Generation angehören und die die gleiche Welt-
und Lebensanschauung teilen bzw. die sozio-
kulturelle Gemeinsamkeiten aufweisen, die sich
in einem einheitlichen Lebensstil ausdrücken.

Ein Arbeitsplatz-Bewerber, der nicht der Firmen-
"Peergroup" zugerechnet werden kann, weil er
einer anderen Generation angehört und daher auch
von einem anderen Zeitgeist mit entsprechendem
Wertesystem geprägt wurde, hätte deswegen kaum
oder keine Chancen, integriert zu werden, selbst
wenn er alle fachlichen Qualifikationen besäße.

So wird er entweder erst gar nicht den Arbeitsplatz
im Team erhalten oder er muß im Falle einer Auf-
nahme ins Team mit Ausgrenzungen, Repressalien
oder gar wieder mit Mobbing rechnen.

Wer also nicht "dazugehört" oder nicht alle un-
geschriebenen Spielregeln der entsprechenden
Lifestyle-Group mitmacht, wird schnell die Grenzen
der Lockerheit und des (oft künstlich zelebrierten)
Frohsinns erkennen.

Auch in puncto Teamarbeit werden Sie im Falle
einer Peergroup-Kompatibilität erkennen, dass
die Zusammenarbeit oft nur durch die unumgäng-
liche Notwendigkeit der Arbeitsteilung zustande-
kommt. Im Wesentlichen steht auch hier die
individuelle Einzelleistung im Vordergrund.

Wer kollegiale Unterstützung braucht, wird
leicht für unfähig oder überfordert gehalten.
Wer sein Wissen in andere Fachgebiete ein-
bringen möchte, kann schnell ein heftiges
Kompetenzgerangel erleben, bei dem die Kol-
legen alles andere als nett und gut drauf
bleiben, womit sich der Spaß an der Arbeit
relativiert.

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