Karriere: Existenzsicherung 2

 

Themen-Übersicht

Existenz- und Alterssicherung
(Lesezeit für dieses Kapitel: 00 Minuten)




Verhältnis zwischen Wirtschaft und Politik

Lesezeit: 00 Minuten


So sollte Sozialstaatlichkeit im Idealfall aussehen
und so wird sie oft heute noch in den Schulen
präsentiert, wenn der Begriff der freien und sozialen
Marktwirtschaft erklärt wird. Doch leider stellt sich
die Wirklichkeit sehr viel ernüchternder dar:

Denn wo dem Spiel der Marktwirtschaft immer mehr
Freiheiten zugestanden wird, setzen sich nur noch
die stärksten Wirtschaftskräfte durch und bestimmen,
wer sich ihr unterzuordnen hat. Dazu gehören nicht
nur die wirtschaftlich und sozial Schwächeren, sondern
auch diejenigen, die die Macht hätten, einen solchen
Machtmißbrauch zu verhindern: die Politiker.

Diese sehen sich in Zeiten internationaler Wirtschafts-
zusammenschlüsse und globalisierender Märkte ge-
zwungen, den Wirtschaftsstandort Deutschland für
Investoren und Unternehmer so attraktiv wie möglich
zu machen. Um große Firmen und Konzerne als Steuer-
zahler und Arbeitgeber behalten zu können, werden
Rechte eingeräumt und Freiheiten zugestanden, die
sich auf die soziale Gerechtigkeit kontraproduktiv
auswirken und diese Stück für Stück abbauen.

So findet das Streben nach Existenzsicherung
sowie nach Verwirklichung des eigenen Glückes
unter ungleichen Bedingungen statt und be-
günstigt dabei nahezu ausnahmslos die wirt-
schaftlich Mächtigen.
Die ständig indoktrinär suggerierte Chancen-
gleichheit besteht dann nur noch zum Schein
und erzeugt wirklichkeitsfremde Vorstellungen
von der Machbarkeit dessen, was für die meisten
unmöglich bleiben wird.

Nur wer genügend Geld und Macht hat, kann seine
Interessen auch durchsetzen und damit seines eigenen
Glückes Schmied sein, notfalls auch gegen geltende
Gesetze und Abmachungen. Schwarze Schafe unter den
Rechtsanwälten bieten sich hier skrupellos für hohe
Honorare an und bringen damit ihre Zunft in Verruf.

Und da regierende Politiker - egal von welcher Partei -
durch ihre Abhängigkeit von Parteigeldern, Steuern und
Arbeitsplätzen erpreß- und manipulierbar sind, werden
sie auch von Wirtschaftsmächten zu politisch Regierten
degradiert:

Die Politik bestimmt nicht die Wirtschaft,
sondern die Wirtschaft die Politik.


Somit spielt es kaum noch eine Rolle, welche Partei
vom Volk mehrheitlich gewählt wurde oder welche
Parteien durch Koalitionen die Regierungsverantwortung
tragen. Die Prinzipien der Demokratie werden subversiv
umgangen von denen, die im Hintergrund die Fäden ihrer
politischen Marionetten-Puppen ziehen:
Banken, Versicherungen, Investorengruppen, multi-
nationale Konzern- und Kartellvorstände und der BDI
(Bund der Deutschen Industrie).

Die drei Erstgenannten sind jene, denen fast 80 Prozent
des Wirtschaftskapitals gehören (weil kaum ein Unter-
nehmen so viel Eigenkapital besaß bzw. besitzt, um
damit langfristig erfolgreich wirtschaften zu können)
und die Letztgenannten sind jene, die von den Erstge-
nannnten dazu ermächtigt wurden, die unternehmer-
ischen Geschicke nach deren Richtlinien zu lenken.



Ideologie und Methoden zum Sozialabbau

Lesezeit: 00 Minuten


Wem wundert es da noch, wenn ständig Unternehmer-
geist und das Selbstständigmachen propagiert wird ?
In den Firmen werden abhängig Beschäftigte daher oft
geistig so umgepolt, dass sie sich danach als Arbeits-
kraftunternehmer verstehen.

Viele Scheinselbständige, die Produkte im Auftrag
von Unternehmen vertreiben oder Kunden akquirieren,
wähnen sich trotz aller Abhängigkeiten als erfolg-
reiche Selbständige. Desgleichen bei Freiberufler,
die statt als buchbare Arbeitskraft, eher mit eigenem
Firmenerscheinungsbild als Unternehmen im Markt
auftreten und sich entsprechend verhalten, obwohl
sie nur eine Ein-Mann- bzw. Ein-Frau-Firma sind
und als Firmensitz meistens nur ein kleines Arbeits-
zimmer in ihrer Privat-Wohnung haben.

Logisch ist dann auch, dass versucht wird, die Gehirne
der Kinder und Jugendlichen bereits auf Unternehmertum
und sozialdarwinistisches Verhalten zu programmieren.
Dies geschieht in den Schulen z. B. durch Wirtschafts-
plan- und Börsenspiele als auch durch Manager- und
Unternehmer-Rollenspiele. Statt das Verständnis um
wirtschaftliche Zusammenhänge überparteilich und mit
sozialem Verantwortungsbewußtsein zu vermitteln, wird
hierdurch um Verständnis für Arbeitsplatz- und Sozial-
abbau geworben und zum rücksichtslosen Durchsetzen
individueller Wirtschaftsinteressen animiert.

Im Privatbereich wird dieses Verhalten unterstützt
durch z.B. Monopoly und ähnliche Gesellschafterspiele,
PC-Strategie- und Videokampfspiele ("hit and run";
"hunt them down and score";"kill as a heroe"), die
aufgestaute Aggressionen kanalisieren und die wirt-
schaftliche und millitärische Kriegsbereitschaft auf-
bauen, sowie kommerzielle Werbe- und Unterhaltungs-
sendungen im Fernsehen us-amerikanischer Machart,
die den "American spirit and the american way of life"
propagieren und die fast ausnahmslos im gleichen
(Un-)Geist geschriebenen "Erfolgs"-Ratgeberbücher.

Diese und viele anderen subversiv indoktrinierenden
"Unterrichtsmaterialien" heizen die pubertären All-
machtsphantasien realitätsentfremdeter Kids und Teens
an und wandeln sich später in eine verfestigte sozial-
darwinistische Ideologie. Ihr zufolge hat nur derjenige
eine Existenzberechtigung im harten Überlebenskampf
des Großstadt-Dschungels , der ohne moralische
Bedenken rücksichtslos soziale und wirtschaftliche
Schwächen seiner Mitbewerber sowie Gesetzes-
lücken ausnutzt und sich auf Kosten und zu Lasten
Anderer bereichert.

Damit derartig Erzogene nicht auf die Idee kommen,
Ihre vorgespielte und fremdgesteuerte Lebensweise
kritisch auf gesellschaftliche Verantwortbarkeit hin
zu hinterfragen, wird suggeriert, ein Reflektieren
und Umdenken sei unnötig, da sie bereits so kompetent
und aufgeklärt genug seien, um zu wissen, was sie zu
tun und zu lassen hätten.

Diese erzeugte Täuschung ist natürlich Balsam für
die eitle Seele des us-amerikanisch Träumenden,
der im Glauben gehalten wird, in ihm stecke das
Zeug zu einem erfolgreichen Unternehmer, der nur
allein durch Willen und Kampf (bzw. Krieg in jeder
Form) sein Ziel erreichen und nach ein paar Jahren
zum Held und Millionär werden könne.

Der so Geschmeichelte übernimmt das sozialschäd-
liche Gedankengut und macht es sich zu seinem eigenen.

Und da Selbsttäuschung die Verbesserung der Einsichts-
fähigkeit verhindert, werden auf Vernunft, humanis-
tischer Aufklärung und Erfahrung aufbauende Erkennt-
nisse sozialer Gerechtigkeit als unproduktive (= die
Ausbeutung einschränkende und damit unwirtschaftliche)
Geistesspielereien diffamiert oder von zumeist jugend-
lichen Träumern der Auslach- und Spaßgesellschaft als
"uncoole" Spielverderbereien abgewertet.

Solche Verhaltensweisen sind Abwehrreaktionen, die eine
Auseinandersetzung mit diesen Erkenntnissen verhindern
sollen. Wäre eine Auseinandersetzung möglich, würde das
den Glauben an uneingeschränkter Selbstverwirklichung
(als Garant angesehen für Glück und Erfolg) erschüttern
und zur Enttäuschung führen:
Der das lebenmitbestimmende Schicksal Verspottende
und Verhöhnende müßte befürchten, dass er bei all
seinem Streben nach Glück und Erfolg durch eben dieses
Schicksal selbst verspottet und verhöhnt werden kann.

Die Widersprüchlichkeit zwischen dem Anspruch auf
uneingeschränkter Selbstverwirklichung für jeden und
der praktischen Umsetzung offenbart sich in zwingender
Logik:

Wer sein Schicksal selbst bestimmen will, um sich
uneingeschränkt zu verwirklichen, muß über das Schicksal
Anderer verfügen, womit er deren Schicksalsbestimmung
und Selbstverwirklichung einschränkt.

Der Grad der Selbstverwirklichung hängt immer von der
eigenen Geldmenge ab, die auch den Grad der Machtaus-
übung über Andere und den Geldzuwachs bestimmt.
Je weniger Geld, desto mehr Abhängigkeit von fremd-
bestimmender Macht. Ohne Geld ist man bestenfalls
ein nahezu rechtloser Bittsteller oder schlimmstenfalls
gesellschaftliches Freiwild ohne Existenzberechtigung.
Je mehr Geld, desto mehr eigenbestimmende Macht.
Je mehr eigene Macht, desto mehr Freiheiten, aber
auch dann bleibt die Abhängigkeit von gleich- bzw.
übergeordneten Machtverhältnissen, die gegen wer-
dende und bestehende Konkurrenten verteidigt werden.

Somit steht jeder in einem Netz von Abhängigkeiten, das
die absolute Freiheit und totale Selbstverwirklichung
zur Utopie macht. Jeder kann nur so frei und selbst-
bestimmt leben und sich weiterentwickeln, wie es seine
finanziellen Möglichkeiten und die Mächte seiner Umwelt
zulassen.

zurück





zum Karriere-Ratgeber: Existenz- und Alterssicherung 1 zur Navigation zum Karriere-Ratgeber: Existenz- und Alterssicherung 3


Schreiben Sie mir.