Karriere: Existenzsicherung 3

 

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Existenz- und Alterssicherung
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Gegenwärtige wirtschaftspolitische Tendenzen

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Aber die Macht der Verlockungen permanent subversiver
Indoktrinationen einerseits und die Angst der Existenz-
gefährdung in einer unberechenbaren Zukunft (jetzt um
jeden Preis und ohne Skrupel schnell reich werden und
damit die zukünftige Existenz sichern) andererseits,
blockieren rationale Erkenntnisprozesse und lassen
asoziale Verhaltensweisen zur systemischen Norm werden.

Gerade die Existenzangst läßt Panik entstehen, die eine
im natürlichen Urtrieb des Menschen liegende Kurz-
schluß-Reaktion ist, die bei Notsituationen das Gehirn
umgeht und das soziale Umfeld zugunsten der eigenen
Selbsterhaltung ausblendet.

Dieser Cocktail aus Verheißung und Panik gärt vor sich
und bringt immer absonderlichere Formen des Existenz-
kampfes hervor, die dafür sorgen, dass sich das sozial-
darwinistische System nach dem Schneeball-Prinzip
selbst reproduziert. Aus gesellschaftspolitischer
Sicht werden die Folgen zur Ursache für existenzielle
Besorgnis und Panik, was wiederum das gemeinschafts-
zersetzende Verhaltensmuster der propagierten "Ich-AG"
generiert.

Diese "Ich-AG" - als gelebter us-amerikanischer Traum -
speist sich ideologisch aus zwei Quellen:

Die eine ist die Gesellschafts-Philosophie des
Sozial-Darwinismus, wie oben bereits beschrieben,
und die andere die Wirtschafts-Philosophie des
"Laissez affaire" (frz.: "Gewähren lassen": hier be-
deutend, dass sich die Kräfte der Wirtschaft alleine
koordinierend und harmonisierend regeln).

Im Sinne des "Laissez affaire" wird Wirtschaftspolitik
zunehmend liberalisiert und der staatlichen Regulierung
entzogen durch Privatisierung öffentlich-rechtlicher
  • Unternehmen, Institutionen und Güter.

    Fast täglich erleben wir, wie öffentliche Einrichtungen
    wie Schulen, Krankenhäuser, Kirchen, Theater und alles,
    was zum kulturellen Gemeingut zählt, in den Privat-
    besitz von Kaufleuten, Bankiers, Investorengruppen
    und Spekulanten etc. überführt werden.

    Zwar können Ausverkaufsaktionen dieser Art wieder
    notdürftig einige Löcher in den staatlichen Haushalts-
    kassen stopfen und dafür sorgen, dass sich die finanzi-
    elle Lage kurzfristig etwas mehr entspannt, aber lang-
    fristig wird dadurch größerer Schaden angerichtet:
    Stück für Stück wird das rechtsstaatliche Sozial-
    sicherungssystem ausgehöhlt, entmündigt und dem
    Zerfall preisgegeben. Stück für Stück wird der Staat
    daran gehindert, seine Aufgaben wahrzunehmen.

    Wo Politiker ihre vom Volk anvertraute Macht aus-
    schließlich in den Dienst der Wirtschaft stellen
    und als deren Sprachrohr fungieren, wo mit Privi-
    legien, Sondervereinbarungen und Zugeständnissen
    gehandelt wird zur Auffüllung der Partei- oder gar
    Privatkasse, da fühlt sich der Staatsbürger im
    wahrsten Sinne des Wortes verraten und verkauft.

    Verkauft und schutzlos ausgeliefert an denen, die
    in Unternehmen und Institutionen nur noch Objekte
    zur Spekulation, steuerlichen Abschreibung, Geld-
    wäsche und strategischen Erlangung marktbeherr-
    schender Machtpositionen sehen.

    Dabei wird der Erwerbstätige der Willkür der Gesell-
    schafter/Aktionärsvorstände und deren Führungs-
    kräften unterworfen, die in ihrer Spielcasino-
    Mentalität Unternehmen so managen, dass bei geringst-
    möglichem Einsatz der größte Gewinn herausspringt.

    Um das zu erreichen, wird "rationalisiert":

      Arbeitsplatzabbau und Mitarbeiterentlassung
      (auch gern zynisch als Arbeitskraftfreisetzung
      bezeichnet) stehen auf der Tagesordnung
      Die verbleibende Belegschaft wird auf Kurz-
      oder Teilzeitarbeit gesetzt und erhält nur noch
      befristete Arbeitsverträge
      Einführung von Lean Management/Lean Production
      Auslagern von Tätigkeitsbereichen (Outsourcen)
      in Billiglohnländer
      Arbeitsvorgänge werden durch Einsatz modernster
      Technik so vereinfacht und automatisiert, dass zu
      deren Erledigung nur Aushilfskräfte oder minder-
      qualifizierte Mitarbeiter auf 325 EURO-Basis benötigt
      werden
      Streichung von unternehmensfinanzierten
      Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen
      betriebswirtschaftliche Risikoabwälzung auf
      Freiberufler und Scheinselbständige



    Dieser rigorose Sozialabbau etabliert sich immmer
    mehr in der Wirtschaft und wird dabei zum Sport
    derer, die Unternehmensmanagement vorrangig
    zur Durchsetzung privater Karriereziele und
    zur persönlichen Bereicherung mißbrauchen.

    Eine solche auf Macht- und Profitmaximierung für
    Aktionäre, Gesellschafter und Führungskräfte aus-
    gerichtete Strategie geht auf Kosten abhängig
    Beschäftigter und zu Lasten der Volkswirtschaft.

    Legitimiert und unterstützt werden diese gesellschafts-
    zerstörenden und existenzgefährdenden Verhaltens-
    weisen durch die popularistische Propagandierung
    des us-amerikanischen (Alp-)Traumes, der sich wirt-
    schaftspolitisch als Neoliberalismus darstellt und der
    immer rücksichtsloser um sich greift.

    In den Canon dieser neoliberalistischen Lobgesänge
    stimmen fast alle Politiker bürgerlicher und eta-
    blierter Parteien mit ein - vom Mitsummen bis hin
    zum Schmettern aus vollster Brust.

    Weniger die volkswirtschaftliche Verantwortbarkeit
    als vielmehr der partei-politische oder privat-
    persönliche Eigennutz veranlaßt die meisten Politiker
    zum solidarischen Schulterschluß mit den Wirtschafts-
    kapitänen des Landes.

    Für mehr wirtschafts- und arbeitsrechtliche Zügel-
    losigkeit und Willkürherrschaft versprechen die
    Interessensvertreter der Arbeitgeber- und Wirt-
    schaftsverbände die Beibehaltung des Standortes
    Deutschland, die Schaffung von Arbeitsplätzen
    und eine höhere Investitionsbereitschaft.










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