Multimedia-Ratgeber: Webdesign

 
Spezial: Webdesign, Teil 1 c


Das Berufsbild: Präzise Beschreibung
der Tätigkeiten und Anforderungen





Themen-Übersicht
zum Berufsbild: Webdesign


Webdesign-Grundkenntnisse im Überblick
Web-Editor-Programme
HTML 4.0 (Hypertext Markup Language)
Browser
Kompatibilitäts-Prüfung
Dateien-Optimierung für das Web
Multimedia
Programme für Grafik & Animation
JavaScript
Cascading Style-Sheets (CSS)
DHTML (Dynamic Hypertext Markup Language)
Server und Client
Provider
CGI (Common Gateway Interface)
Perl
Web-"Simulations"-Programme
Datenbanken
SQL (Structured Query Language)
IT (InformationsTechnologie)




Server und Client



An dieser Stelle verlassen wir auch die client-seitige
Webseiten-Erstellung und wechseln zur server-seitigen
Programmierung. Dazu definiere ich Ihnen, was ein
Server und was ein Client ist.

Ein Server ist ein Rechner, der in einem Netzwerk von
ihm untergeordneten Rechnern und EDV-Endgeräten
integriert ist und diesen auf deren Anforderung hin
mit der Bereitstellung von Software und Informationen
dient (engl.: to serve = dienen).

Ein Client ist demzufolge ein dem Server ("Bediener")
untergeordneter Rechner, der auf dessen Resourcen
zugreift und somit wie ein Kunde (engl.: client = Kunde)
bedient wird.

Somit liegen Sinn und Zweck eines Servers darin,
Auslagerungsort für all die Programme und Daten
zu sein, die von einer Nutzer-Gemeinschaft benötigt
werden und daher immer zugänglich sein müssen.


Vorteile der Auslagerung auf einen Server sind:

a) Wirtschaftlichkeit durch Einsparung von wertvollen
Speicherplatzkapazitäten einzelner Lokalrechner

b) Zeitgewinn durch gleichzeitigen Zugriff auf benötigte
Programme und Dateien und durch schnellere
Datenverarbeitung im fließenden Arbeitsprozess
(effizienterer "Workflow").

c) Steuerung und Kontrolle der Nutzer-Zugriffe durch
Einloggen in das Netzwerk und zusätzlich durch
Vergabe von Zugangsrechten für paßwortgeschützte
Datenbereiche.


Ein Server kann z.B. im Intranet eines Unternehmens,
im lokalen Orts-Netzwerk (LAN = Local Area Network)
oder im Internet installiert sein, wo er im Verbund mit
anderen Servern Daten austauscht und weiterleitet.


zur Themen-Auswahl


Der Internet-Server arbeitet mit einer ihm eigenen
Betriebssoftware und wird von einem



Provider



(engl.: to provide = versorgen ) betrieben, der
Speicherplätze dieses Rechners vermietet und die
hierauf abgelegten (für die Öffentlichkeit ausge-
lagerten) Websites verwaltet.

Der Provider bietet in diesem Zusammenhang seine
Online-Dienste an, die eine interaktive Kommunikation
zwischen Website-Betreiber, Server-Provider und
Internet-Nutzer gewährleisten.


zur Themen-Auswahl


Damit dies möglich wird, sind server-seitige
Programmierungen notwendig über




CGI (Common Gateway Interface)



CGI bedeutet ausgeschrieben und übersetzt:

Allgemeine Vermittlungsrechner-Schnittstelle.

Es ist ein Programm, das interaktive Kommunikationen
zwischen dem Client-Rechner des Internet-Nutzers und
dem WWW-Server vermittelt.

Diese Schnittstelle stellt Programme auf dem WWW-
Server bereit, die der Net-Surfer von HTML-Seiten aus
aufruft. Auf dem Server werden die angesprochenen
Programme ausgeführt und liefern ein Ergebnis, für
das sie einen HTML-Code selbst generieren, den sie
an den Browser des Nutzers senden.


Was ermöglicht Ihnen die CGI-Technik ganz konkret ?

Sie ermöglicht es Ihnen,
eine Suchdatenbank zu benutzen

Beispiele:
Sie suchen Bücher zu einem bestimmten Thema,
tippen es in das Sucheingabefeld auf der Website
eines Online-Buchhändlers ein und klicken auf die
Schaltfläche "Suche starten" bzw. "Go".
Daraufhin erhalten Sie eine Auswahl der zur Zeit
verfügbaren Literatur zum gewünschten Thema.

Auf gleiche Weise können Sie sich einen Fahrplan
erstellen lassen, nachdem Sie das gewünschte Datum
und die Zeit Ihrer Ankunft, ihren Zielort und ggf.
die Zwischenstationen eingetippt haben.

Oder Sie recherchieren auf der Homepage eines
meterologischen Dienstes nach den Wetterbedingungen
in Ihrer Heimat-Region am Tage Ihrer Geburt.

CGI ermöglicht es Ihnen,
Bestellungen und Buchungen vorzunehmen

Beispiele:
Sie sehen sich Waren auf der Website eines
Versandhauses an, wählen die gewünschten Produkte
per Mausklick aus und legen diese automatisch in
einen virtuellen Warenkorb ab.
Das ausführende Warenwirtschaftsprogramm listet
alle Positionen auf und bittet Sie, die Zahlungsweise
einzugeben. Danach bestätigen Sie den Kauf durch Klick
auf die Schaltfläche "Bestellung absenden" und erhalten
daraufhin eine Kaufbestätigung in Form eines virtuellen
"Kassenbons".

Ähnlich verfahren Sie, wenn Sie online bei einem
Reiseveranstalter einen Urlaubsausflug oder bei
einem Weiterbildungs-Institut ein Seminar buchen
oder sich bei einer Ticketagentur Karten für ein
Konzert reservieren lassen.

CGI-Technik hilft Ihnen auch,
Daten in Formulare einzugeben und zu versenden.

Beispiele:
Sie besuchen eine Homepage und wollen dem Betreiber
Ihre Meinung, Ihre Kritik, eine Anregung oder ein
Kommentar ins Gästebuch schreiben. Sie füllen die
Textfelder aus und versenden den Inhalt über CGI an
den Server, von wo aus Ihr Text in die Gästebuchseite
unter dem letzten Eintrag hinzugefügt wird.

In immer mehr öffentlichen Verwaltungen können Sie
elektronische Formulare (e-forms) für Ihre Anträge,
Selbstauskünfte, Einkommenssteuer-Erklärungen etc.
offline ausfüllen und online versenden.
Sie sparen damit Porto und Verpackung für den
postalischen Versand bzw. den Gang zu Ämtern
und Behörden und das lange Warten.

CGI ist auch im Spiel, wenn Sie sich in Online-
Jobbörsen nach geeigneten Stellenangeboten umsehen
und dabei Angaben über die Branche, den Beruf, Ihr
bevorzugtes Einsatzgebiet (Staat, Bundesland, Ort)
und andere Auswahlkriterien machen.

Das Eingeben persönlicher Daten als Parameter für
Kalkulationsprogramme brauchen Online-Dienstleister,
die Ihnen z.B. Ihr zustehendes Gehalt, die vorteil-
hafteste Versicherung, die ertragreichste Geldanlage
oder mögliche gesundheitliche Risiken in der Zukunft
errechnen.

CGI brauchen Sie auch,
wenn Sie eine Website betreiben und Informationen
über die Nutzung Ihrer Homepage erhalten möchten.


Beispiele:
Durch ein CGI-Dienst können Sie nicht nur die schon
erwähnten Gästebücher führen, sondern sich auch die
Besuche auf Ihrer Homepage per Hit-Counter (Zugriffs-
zähler) anzeigen lassen und dem Besucher das Datum
Ihrer zuletzt vorgenommenen Aktualisierung der Home-
page bekanntgeben.

Ferner geben Ihnen Log-Files (Registrierungs-Dateien)
Auskunft darüber, wie häufig bestimmte Seiten an
welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit besucht wurden,
mit welchem Browser die Surfer Ihre Homepage aufge-
rufen und welche Nutzer mit fest vergebener IP-Adresse
(meist Firmen und Institutionen) auf Ihre Website
zugegriffen haben.

Diese und andere web-statistische Angaben werden
mithilfe der Schnittstellentechnik CGI auf dem
WWW-Server des Providers erstellt und dem Website-
Betreiber in bestimmten Zeitabständen übermittelt.

Eine wichtige Rolle bei den letztgenannten Statistiken
spielen die SSI (Server-Side Includes).
Das sind HTML-Anweisungen, die CGI-Scripts aufrufen,
damit diese auf dem Server eben jene statistischen
Daten erzeugen, die als Text bzw. Wert entweder in
besagte Log-Dateien oder in die SSI-Platzhalter-Stellen
einer HTML-Datei eingebettet werden.
Eine derart ausgestattete Datei erkennt man an der
Endung ".shtml".


zur Themen-Auswahl


Um dem Internet-Nutzer diese breite Palette an Dienst-
leistungen über interaktive Kommunikation anbieten zu
können, sind also CGI-Programme eine unabdingbare
Voraussetzung.

Doch in welcher Programmiersprache werden diese
Scripte erstellt ?

Die hierfür am häufigsten verwendete ist



Perl



und steht für "Practical Extraction and Report Language"
(Praktische Extraktions- und Berichtssprache).

Die offene Programmiersprache entstammt der UNIX-Welt
- der Betriebsplattform, auf der das Internet aufgebaut ist -
und existiert seit 1987 dank ihres Erfinders Larry Wall.

Perl ist universell einsetzbar und verfügt über zahlreiche
Funktionen, z.B. für das Lesen und Schreiben von Daten.
Perl ermöglicht auch das Rationalisieren von komplexen
Abläufen in der elektronischen Datenverarbeitung.

Ein bedeutender Vorteil von Perl ist außerdem die
kostenlose Nutzung des Perl-Interpreters, der zum
Ausführen der Scripte notwendig ist und für fast
alle Betriebssysteme verfügbar und auf fast allen
WWW-Servern installiert ist.

Windows-Anwender mit 32- Bit-Umgebungen downloaden
hierfür den ActiveState Perl-Interpreter als Freeware.


zur Themen-Auswahl



Web-"Simulations"-Programme



Doch perl-programmiertes CGI funktioniert nur in
Verbindung mit einem WWW-Server.
Ein Server ist -und das muß ich an dieser Stelle
ergänzen- nicht nur ein Großrechner, wie oben erklärt,
sondern auch eine Software, die auf fast jedem Rechner
laufen kann und für die Verwaltung und den Austausch
von Daten zwischen zwei Rechnern verantwortlich ist.

Unter mehreren Server-Programmen seien hier zwei
besonders empfohlen, da sie sehr anwenderfreundlich
und mit vielen Features ausgestattet sind:


a) Xitami (als Freeware zum Downloaden unter:
www.imatix.com/html/xitami/index.htm)

b) Apache (als Freeware zum Downloaden unter:
www.apache.org)


Durch das Installieren dieser Programme können Sie
ohne Online-Kosten auf Ihrem eigenen Rechner testen,
ob und wie CGI-Scripte später im Internet-Einsatz
ausgeführt werden.

zur Themen-Auswahl


Wie Sie sich jetzt schon vorstellen können, kann die
Arbeit an der Website noch lange nicht zuende sein,
wenn die oben genannten Beispiele für CGI-
Anwendungen realisiert werden sollen, denn:

In den meisten Fällen ist die Einbindung nötig von



Datenbanken



Spätestens bei diesem Thema wird sich der web-
designende Informatiker begeistert engagieren
und der kreativ-gestaltende Webdesigner sich
ernüchtert zurückziehen.

Wer hier für interaktiven Kundenservice sorgen will,
muß wissen, was eine Datenbank ist, welche Arten es
gibt, wie diese aufgebaut sind und wie sie funktionieren.

Ferner wird das Wissen vorausgesetzt, mit welchen
Programm-Entwicklungs-Tools Datenbanken erstellt und
mit welchen Anwendungsprogrammen sie bedient werden.

Kenntnisse über einige der folgenden Datenbanken
werden daher vorausgesetzt:
    MySQL, mSQL, MS-SQL, Unix dbm PostgreSQL,
    MS-Access, FilemakerPro, Oracle, Informix,
    InterBase, DB2, dBase, Sybase, Adabas D,
    Gupta, Velocis und Solid.
Dann geht es an das Anbinden der geeigneten Datenbank
in den HTML-Bereich. In diesem Zusammenhang können
auch Kenntnisse gefragt sein in
XML (Extensible Markup Language) und XSL (XML Style
Language), die das HTML um entsprechende Eigenschaften
und Befehle erweitern.


zur Themen-Auswahl


In jedem Fall aber sollten Sie in der Lage sein, ein
CGI-Programm so zu gestalten, dass es die vom Internet-
Nutzer abgesendeten Formulardaten in eine Datenbank-
Abfrage umsetzt.

Eine internationalisierte Datenbankabfragesprache ist



SQL (Structured Query Language)



Datenabfragen werden mit "SELECT"-Anweisungen
formuliert. Das zumeist relationale Datenbanksystem
(engl.: Database Management System, DBMS) gibt als
Wert einen Datensatz, eine Ergebnismenge oder eine
Fehlermeldung zurück.

    Mit "INSERT" werden Datensätze hinzugefügt,
    mit "UPDATE" werden diese geändert und
    mit "DELETE" gelöscht. Mit "GRANT" werden
    Zugriffsrechte erteilt.
Datenbanken des Website-Betreibers können somit
immer auf den neuesten Stand gebracht werden,
ohne die entsprechende HTML-Datei im Verzeichnis
des Webservers ändern zu müssen.

Firmen und Institutionen nutzen die mit der
Erzeugung dynamischer Webseiten gekoppelte Daten-
anbindungstechnik, um auf aktuelle Änderungen schnell
zu reagieren. Damit halten sie Ihre Interessenten
und Kunden bei Suchanfragen stets auf dem Laufenden
und sichern sich die Chance auf viele weitere
Besuche ihrer Website.

Kenntnisse in interaktiven Programmiersprachen
(CGI / PHP / ASP u.a.) sind erforderlich, wenn
die vom Net-Surfer versendeten Formulardaten
als Grundlage zur Erstellung einer individuellen
Kalkulation, eines Fahrplanes, einer Produkt-
auswahlhilfe etc. dienen.

Mittels geeigneter Programme können diese neu
erworbenen Daten vom Internet-Nutzer in Daten-
banken des Website-Betreibers gespeichert, gepflegt
und ausgewertet werden.

Dem Website-Betreiber ist damit ein sehr wert-
volles Marketing-Instrument an die Hand gegeben.


zur Themen-Auswahl


Daher mehren sich Bestrebungen, Web-Server und
firmeninterne Datenbanken über ein spezielles Web-/
Datenbank-Gateway (Gateway: Vermittlungs/Schnittstelle)
miteinander zu koppeln.

Dabei müssen Warenwirtschafts- und Logistiksysteme
der Unternehmen mit den serverseitigen Anwendungs-
programmen im Web zueinander kompatibel gemacht
werden.

Genau an dieser Stelle setzt der große Bedarf des
Arbeitsmarktes an qualifizierten Fachkräften an.
Diese werden dringend gesucht für das Einsatzgebiet:



IT (InformationsTechnologie)



Diese Spezialisten sind in der Regel z.B. Informatiker,
Datenbank-Ingenieure, Netzwerkadministratoren und
Software-Programmierer mit betriebswirtschaftlichem
Grundstudium.

Erwartet wird ein gut fundiertes Wissen über
Serverarchitekturen, Netzwerkeinrichtung und dessen
Ausbau, über Software-Entwicklung für diverse Betriebs-
systeme und Business-Applikationen ( Anwender-
programme für Handel und Wirtschaft) und über das
Implementieren von kundenspezifischen Software-
Lösungen in ein bestehendes System.

Dabei können diese Programmier- und Skriptsprachen
zum Einsatz kommen:
    Visual Basic und VBA, C/C++, Java, GNU,
    CORBA 2.0, Python, Rexx, COBOL, Pascal,
    HTML, XML, XSL, Javascript, Perl, PHP und ASP.
Wie Sie jetzt selbst erkennen, sind Webdesign und
InformationsTechnologie nur sehr bedingt bzw. kaum
miteinander vergleichbar. Es sind zwei Welten, die
sich in der Online-/Internet-Technik begegnen und
sich miteinander auszutauschen beginnen.

Daher sind die Übergänge zwischen fortgeschrittenem
Webdesign und IT oftmals sehr fliessend.

So liegt es an Ihnen, eigene berufliche Betätigungs-
grenzen abzustecken, damit Sie sich nicht unnötig
dort verausgaben, wo Sie von vornherein nur geringe Erfolgschancen hätten.

Wählen Sie nur die Fachbereiche, die Ihren persön-
lichen Begabungen und Kernkompetenzen entsprechen
und bauen Sie diese gezielt aus.

Ich hoffe, Ihnen mit diesem ausführlichen und
Zusammenhänge aufzeigenden Report eine Hilfe
zur Entscheidungsfindung gegeben zu haben.




zur Ratgeber-Seite 3 > Spezial: Webdesign, Teil 1b zur Navigation zur Ratgeber-Seite 4 > Spezial: Webdesign, Teil 2a


Schreiben Sie mir.